August 2014
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Auf zum Training für den Kungsleden

Im Jahr 2010 lernte ich bei der Fjällräven Classic Monika kennen. Monika hatte meinen Blog gelesen und meine Berichte über die Classic und lief am Start zielgerichtet auf mich zu. Leider musste Monika verletzungsbedingt hinter dem Tjäktjapass abbrechen. Sie wollte aber den Kungsleden irgendwann finishen.
Dieses Vorhaben könnte jetzt in die Tat umgesetzt werden.
Ich bin gerade geschäftlich dort, wo Monika wohnt und wir haben uns jetzt für kommendes Jahr verabredet.

Da aber auf der Fjällräven Classic seit 2 Jahren jeder eine Goldmedaille bekommt, ist für mich kein Anreiz mehr da, dort mitzumachen.
Also haben wir gesagt, wir starten ausserhalb der Classic und haben uns auf die letze Augustwoche und die erste Septemberwoche 2015 geeinigt.

Wir laufen etwas langsamer dafür etwas weiter.
Und zwar laufen wir den Rundkurs über 216km.

Ausserdem fliegen wir nicht, weil uns beiden SAS so unglaublich im Hals steht. Die Bestuhlung ist so eng, dass man da echt nicht drin sitzen kann.
Also treffen wir uns in Stockholm, da Monika aus Frankfurt anreist und ich aus Berlin.
Dort setzen wir uns in den Nachtzug nach Kiruna.
Ich hatte das ja schonmal gemacht und das ist total schön, vor allem, wenn man Nachts über den Polarkreis kommt und die Sonne plötzlich aufgeht.
Ebenfalls sind wir freier und nicht so termingetrieben.
Wir können dann nämlich, wenn wir wieder in Nikkaluokta ankommen, eben für den nächsten Tag Flüge buchen. Oder alternativ über Oslo fahren und dort auf die Color Fantasy einchecken und von Kiel mit dem Zug fahren.
Verletzungsbedingt kann ich noch etwa 4 Wochen nichts tun aber dann muss ich wohl anfangen zu trainieren. Das Höhenprofil finde ich nämlich ganz schön arg.

Ich würde sagen: Schweden, wir kommen!

Behindertencheck zwischen AirBerlin und Lufthansa

Vergangenen Montag habe ich mir am linken Fuss den vorderen Fussballen abgerissen. Also nicht ganz aber ein Stück. Natürlich tat ich dieses mit dem Hintergedanken, endlich einmal einen Test durchführen zu können, wie Fluggesellschaften damit umgehen.

Ich habe 2 Tage nach dem Abriss (ich brauchte doch ein wenig Regenerationszeit, weil das Nähen so weh tat) einen Flug von Berlin Tegel nach Frankfurt/Main mit Air Berlin und 4 Tage nach dem Abriss einen Flug von Frankfurt/Main nach Berlin Tegel angetreten.

Bei Air Berlin hatte ich bis vor 3 Jahren den TopBonus Gold Status, bei Lufthansa verfüge ich über eine gültige silberne Miles and More Karte und habe damit den Frequent Traveller Status.

Die Sicherheitskontrolle in TXL war, wie immer recht easy, das Personal freundlich, ich wurde nur gefragt, ob ich die Gehhilfen unbedingt brauche. Nach meiner Antwort “Sonst hätte ich sie kaum dabei” waren dann die Fronten geklärt.

Vor dem einchecken rief ich bei Air Berlin an und fragte, ob man mir einen Rollstuhl in Frankfurt organisieren kann, da die Wege dort echt weit sind. Die Antwort war “Nein, wir kümmern uns nur vom Check In bis zum aussteigen aus der Maschine. Da müssen Sie am Flughafen nachfragen.”
Einen Platz mit mehr Beinfreiheit hätte ich bekommen können. Zum Aufpreis von 20 Euro.

Der Anruf am Flughafen war dann kurz und knapp: Rollstuhl ist kein Problem, muss ich 48 Stunden vorher ankündigen. Ja, da hatte ich noch keine Verletzung.

Mein Versuch, als erstes ins Flugzeug zu kommen, wurde von der Frau am Boardingschalter von vornherein abgeblockt, die sich schlicht geweigert hat, mit mir zu sprechen. Boarding strikt nach Boardinggruppe. Also stieg ich als letztes ein, weil ich weit vorne sass. Hilfe vom Bordpersonal? Fehlanzeige. Ich wurde nichtmal gefragt.

Dann kam heute die Gegenprobe – Lufthansa.

Auch hier rief ich vorher an und man sagte mir, dass man am Telefon nichts machen kann, ich sollte zum Check In Schalter gehen.
Für den Umweg von 20 Metern war ich zu unmotiviert und wollte in der Business Lounge von Lufthansa nachfragen.
Die Sicherheitskontrolle in Terminal 1 war easy wie immer (ganz im Gegensatz zu der in Terminal 2), ausser, dass ich den Behindertendurchgang nehmen durfte und sofort dran war.

Diesmal hatte ich sogar Thrombosespritzen im Handgepäck. Kein Problem.Ich wurde auch gefragt, ob ich die Stützen unbedingt brauche, gleiche Antwort, gleiche Reaktion.

Dann steuerte ich in der Lounge erstmal die Empfangsdame an und fragte nur nach einem anderen Sitzplatz. Rollstuhl brauchte ich nicht, weil in Tegel der Ausgang gleich am Flugzeugausstieg ist.

Also der andere Sitz ging nur weiter vorne aber nicht am Fenster, da ist alles besetzt. Na gut, Reihe 8 ist schonmal besser als Reihe 22. “Ich rufe Ihnen dann auch gleich eine Begleitung”. Jetzt war ich verwirrt. Begleitung? Sie wollte sich kümmern.
Kurz vor Boardingbeginn wurde ich dann abgeholt und mit einem Elektroauto zum Ausgang gefahren. Vom Boardingpersonal wurde ich persönlich zum Boarding 5 Minuten vor allen anderen abgeholt. Kaum, dass ich im Flugzeug war, kamen gleich 3 Stewardessen an und fragten, wie sie mir helfen könnten. Weil der Flieger nicht ausgebucht war, bekam ich kurzerhand eine ganze Sitzreihe für mich allein, der andere Passagier, der normalerweise neben mir gesessen hätte, wurde kurzerhand umgesetzt. Dann kamen wir in TXL an und ich stieg aus dem Flieger aus – und staunte nicht schlecht. Es stand eine Dame dort mit Rollstuhl, die darauf bestand, mich nach draussen zu fahren. Nach draussen war in diesem Fall wörtlich, sie brachte mich bis ans Auto.

Da kann ich nur sagen: Lufthansa 10 Punkte, Air Berlin 0.

Auch wenn ich mich über die Lufthansa oft aufrege, in Sachen Service macht denen so schnell niemand was vor.

AirBerlin: Kunde zahl und halt die Fresse

AirBerlin war einmal meine Lieblingsfluggesellschaft. Grosse kuschlige Sitze, ausreichend Beinabstand, ausserordentlich freundlicher Service. Damals wurde ich zum Inhaber der goldenen AirBerlin Vielfliegerkarte mit 60 Flügen pro Jahr. Dann kam Mehdorn als Chef, der sollte sparen, weil Air Berlin rote Zahlen schrieb.

Der Sitzabstand wurde gering, der Service tendentiell unfreundlicher, bei Buchungsfragen oder Sonderwünschen war niemand mehr zuständig.

Air Berlin ist mittlerweile auf meiner Rangliste verhasster Fluggesellschaften ganz weit oben angelangt.

Nun hatte ich einen Unfall und musste nach 2 Ausfalltagen schnell und am gleichen Tag einen One-Way Flug von Berlin Tegel (TXL) nach Frankfurt/Main (FRA) haben. Die Rhein-Neckar Air nach Mannheim hätte 600 gekostet, Lufthansa nach FRA ebenfalls, AirBerlin kostete 220. Also die verhasste Gesellschaft nehmen.

Gleichzeitig kam mir der Gedanke, dass ich das erste mal überhaupt testen könnte, wie es sich anfühlt, wenn man mobilitätseingeschränkt ist. Ich benötige derzeit nämlich zwei Gehhilfen.

Also auf nach TXL zum Sicherheitscheck.

Sec: “Brauchen Sie die Gehhilfen unbedingt?”
Ich: “Na sonst hätte ich sie kaum dabei!”

Das wars soweit. Der Metalldetektor klingelte, ich wurde manuell und sehr viel vorsichtiger als sonst untersucht. Fertig.

So krückte ich nun Richtung Ausgang, A15. Dort ist der Schalter hinter einer Glastür. Und die war abgeschlossen.
Air Berlin hat neuerdings solche Boardingklassen, wo sie von ausgehen, dass das Boarding schneller geht, was es aber nicht tut. Ich hatte Boardingklasse D, weil ich relativ weit vorne sass aber am Fenster.

Nun wollte ich die Frau Faber von Globeground, die für das Boarding am Gate stand, fragen, ob ich ungeachtet meiner Boardingklasse vorher einsteigen darf, wegen der Krücken und meinem eher stark verletzten Fuss (ich habe mir den vorderen Fussballen von aussen nach innen ein Stück abgerissen, blutet nach jetzt 3 Tagen noch immer, trotz, dass es genäht wurde).
Nein, so lange die Glastüre zu ist, redet sie nicht mit mir. Das hat sie mir auch nicht gesagt, sondern mich nur kopfschüttelnd kurz angesehen und dann weggeguckt.

Als ich dann als letztes einstieg, fragte ich sie, was das Theater denn sollte, worauf sie dann antwortete “ich wusste doch, was sie wollten”, ich: “Und was?”, “Sie wollten hier rein” – Ach was? Mein Boarding wurde dann auch erheiternd, da ich überhaupt kein Problem damit habe, meinen Weg zu gehen. Ob mit Krücken oder ohne, ob Füsse im weg oder nicht. Aber immer eine freundliche Entschuldigung auf den Lippen “Die Frau Faber da oben…ach, sie habens mitbekommen?”

Natürlich hatte ich vorher bei Air Berlin angerufen, ich wollte für Frankfurt einen Rollstuhl bestellen, weil die Wege dort überaus lang sind. Also für sowas ist AirBerlin ja nicht zuständig. Der Passagier interessiert nur vom Check-in bis zum verlassen der Maschine. Das war der O-Ton und nicht meine Interpretation. Ich soll am Flughafen selbst anrufen. Also in FRA angerufen. Ja, sowas geht aber ich muss das mindestens 48 Stunden vorher anmelden. Das wäre dann so ungefähr zu dem Zeitpunkt gewesen, als ich den Unfall hatte. Ich werde zukünftig, während der Arzt die Betäubungsspritze setzt, eben noch schnell am zu erwartenden Flughafen anrufen und höchstvorsorglich einen Rollstuhl bestellen.

Und heute Abend teste ich die Lufthansa und den Sicherheitscheck in FRA Terminal 1. Und ich werde 3 aufgezogene Einwegspritzen (die ich mir spritzen muss) im Handgepäck haben. Ich glaube, das wird ein Spass.

Die Rhein-Neckar Air im Test

Letzte Woche bin ich das erste mal mit der Rhein Neckar Air von Mannheim nach Berlin Tegel geflogen.
Auch wenn diese Fluggesellschaft recht teuer ist, meistens ist die Autofahrt und 3 Tage parken im Parkhaus am Terminal und der Flug zusammen preiswerter als RNA, muss ich abschliessend sagen, hat mich diese Gesellschaft voll und ganz überzeugt.

Gut, dass die Boardingpässe handschriftlich ausgefüllt werden und der Abschnitt beim Boarding dann mit einem Lineal als Abrisshilfe entfernt wird, hat etwas amüsantes aber insgesamt geben sich die Mitarbeiter allesamt grösste Mühe es jedem recht zu machen. Das Personal zu Boden und der Luft ist durchweg überaus freundlich, die Verpflegung an Bord ist mehr als reichlich und insgesamt kann ich sagen, mit RNA würde ich jederzeit wieder fliegen.
Was ich in 5 Stunden auch werde. Der Grund war ein langes Wochenende, so dass ich in Frankfurt für die 5 Tage parken gut und gern 140 Euro bezahlt hätte (3 Tage am Flughafen Mannheim im Parkhaus haben mich 10 Euro gekostet) .

Und der Grund, dass ich ursprünglich, also letzte Woche, mit RNA geflogen bin, lag daran, dass es Lufthansa noch immer nicht fertig gebracht hat, ihr Onlinebuchungssystem wieder zum laufen zu bringen.

Ich sehe solche Systemumstellungen (die LH hatte irgendeine Systemumstellung) immer besonders kritisch, weil ich aus dem Metier komme und zufälligerweise genau weiss, dass viele Fluggesellschaften, gerade LH, gerne das Geld einsparen, richtige und vernünftige Systemtests nach einer Änderung durchführen zu lassen. Lieber testen sie selbst oder geben den Test als Auftrag nach Indien. Und dann kommt sowas dabei heraus, wie jetzt und das war ja nicht das erste mal. Und deswegen haue ich drauf. Denn wenn jemand schon mit Ansage scheisse baut, dann hat er es verdient, dafür abgestraft zu werden.

Auf jeden Fall freue ich mich schon auf gleich, wenn ich wieder mit Rhein Neckar Air nach Berlin fliege – teuer aber dafür ziemlich cool!